Peter Schellhorn, lediger Inwohner zu Bach, hat seinem Vetter Josef Schellhorn bereits vor mehreren Jahren ein Legat von 300 fl aus dem Erbe nach Josef Margreiter außergerichtlich zwecks Hausbau und Mühlerrichtung geschenkt. Nunmehr wird diese Schenkung gerichtlich legalisiert, ohne die mindeste Obligation dem Josef Schellhorn überlassen, und von diesem angenommen und bedankt. Dem Gerichtskanzlisten Josef Kraft wird vom Schenker und Beschenkten das Handgelöbnis erstattet. Siegler: Amtssiegel mit Unterschrift des Ratsmannes Andreas Endl Zeugen: Jakob Margreiter, Gerichtsausschuss, und Johann Steinbacher
Nach dem Tod des Josef Schellhorn, Bauer zu Bach, wurde dessen Nachlass am 30. Nov. 1818 seinen zehn Kindern vererbt und der Witwe Susanne Thaler zum Genuss eingeräumt. Da der älteste Sohn Josef nunmehr großjährig ist, übernimmt er als Insitzer das gesamte Vermögen von fast 8000 fl am Gut zu Bach in Oberau und entrichtet seine Geschwister Maria, Stefan, Sebastian, Johann, Susanna und die mj. Margreth, Anna, Ursula und Simon Schellhorn. Zum Feuerhaus, Stall, Backofen, Badstube, Getreidekasten gehören ein Zuhäusl, eine Musmühle mit zwei Gängen und 14 genannte Grundstücke und Almrechte, auch beträchtliche Guthaben. Die Weichenden erhalten je 650 fl und genannte Naturalleistungen. Siegler: Amtssiegel Zeugen: Unterschrift aller Beteiligten und des Gemeindevorstehers Lorenz Astner
Dem Waldamt Brixlegg wird von der Salinendirektion aufgetragen, bei den eingefangenen Flächen das Maß nicht nur zu schätzen, damit in den Hausbriefen keine falschen Flächenmaße übernommen werden. Ausnahmen von dieser Regelung werden nur unter genannten Bedingungen bewilligt. Siegler: Verschlusss.
Neben obigen Urkunden aus dem Museumsarchiv BACH gibt es noch zwei jüngere Stücke nach 1850, die Peter Weißbacher dem TLA zur Sicherheitsverfilmung übergeben hat. Ab Nr. 5 folgen Urkunden, Akten und Kodizes vom Kellerwirt in Oberau. Näheres dazu in den Vorbemerkungen zur Gde. Wildschönau.
Nach dem Tod Peter Peerauers kommt es zwischen der Witwe Eva Stockhacher mit Anweiser Hans Holrieder zu Stockhach dem Sohn Martin Peerauer, Insitzer des Peerauergutes zu Haus in der Wiltschenau, und dessen Schwester Ursula, Insitzerin des Kinznerguts, zum Vergleich. Siegler: Abraham Plannckh, Stadt- und Landrichter zu Ratenberg Zeugen: Melchior Stumpf, Kooperator in Oberau, Gilg Perauer, Beisitzer, Simon Pörschwenndter, Leonhard Astner, Adam Seyboldt und Lamprecht Mitrer zu Würlnpach, alle Wiltschenau
Insitzvertrag für Georg Holrieder, Erbeinsatz für Witwe Ursula Mitterer und Abfertigung für die Weichenden. Nach dem Tod des kinderlosen Martin Holrieder kommt es zwischen dessen Witwe Ursula (Anweiser: Hans Mitterer, Bruder zu Wielenpach in der Wiltschenau) und dessen Geschwistern Paul, Georg und Wolfgang Holrieder, dessen mj. Geschwistern Hans, Barbara und Elisabeth (Gerhab: Thomas Unnterperger zu Hering) sowie den verheirateten Schwestern Margreth, Ehefrau des Andrä Schneider zu Entfelden, Dorothea, Ehefrau des Peter Holzastner, Erzknappe zu Mehrn und Maria, Ehefrau des Philipp Mitterer aus Wiltschenau. Das Gut Stockhach in der oberen Wiltschenau hat der Verstorbene von seiner Mutter Ursula Stockhacher am 15. Feber 1628 geerbt und Bruder Georg zum Insitzer bestimmt, der an die Geschwister und die Witwe genannte Bedingungen zu erfüllen hat. Siegler: Kornelius Gigele, Stadt- und Landrichter zu Ratemberg Zeugen: Hans Veldhamer, Pfleger, Kaspar Fuchs zu Weißpach, Adam Moser, Hans Prugger und Amandus Zach von R.
Erbeinsetzung für Ursula Mitterer, Witwe nach Martin Hollrieder, und Schuldbrief an die acht weichenden Geschwister des Georg Hollrieder als Insitzer (vgl. Urkunde Nr. 6). Siegler: Kornelius Gigele, Stadt- und Landrichter zu R. Zeugen: wie Urkunde Nr. 6
Auszug aus dem Landgerichtsprotokoll: Vor dem Stadt- und Landrichter Matthias Wüser zu R. und Gerichtsschreiber Christian Schmid erscheinen Walburg Mayr, Tochter des Georg Mayr als Klägerin, und Hans Schölhom, Sohn des Bartlmä Schölhom, wegen Unterhaltszahlung für ihr lediges Kind. Der Beklagte bestreitet die Vaterschaft und verlangt Auskunft, wann sie sich mit ihm eingelassen habe. Schließlich gibt er zu, bei ihr am Samstag nach Philipp und Jakob gelegen zu sein, was sie bestätigt. Das Gericht stellt fest, dass das Kind am Montag vor Pfingsten geboren wurde, weshalb er von dieser Klage, dass er der Kindsvater sein soll, freigesprochen wird. Siegler: Matthias Wieser von Wüsenfeld zu Aichegg, Stadt- und Landrichter zu R.
Martin Schor zu Kuntl verkauft mit Zustimmung der Grundherrschaft Mariathal dem Thomas Pambgartner zu Kuntl um 1850 fl und 16 fl Leutkauf das halbe Lehen Lechnerstatt, welches er am 11. Nov. 1696 von Hans Muhr, Wirt und Gastgeber in Kuntl, erworben hat. Davon sind jährlich 3 fl 42 kr Grundzins an das Kloster Mariathal bei der Voldöpp, Bistum Freysing, zu entrichten. Siegler: Maria Rosa Pranger, Priorin und Konventssiegel, Siegelbitte an Peter Heinrich Elbrechtinger, Generalprediger des Dominikanerordens Zeugen: Christian Hausperger zu Kuntl, und Mathäus Neiner, Landgerichtsprokurator
Anfrage an Herrn Marberger wegen Nachbestellung von Wein. Siegler: Der Aussteller
Auszug aus dem Schuldbuch für den Veith Aberstainer, Weberknecht zu Wildtschenau. Die 13 Schuldposten von 1695 bis 1703 umfassen 8 fl 3 kr, mit weiteren Trink- und Zehrungskosten insgesamt 27 fl 59 kr, wovon 15 fl bezahlt wurden.
Auszug über die 169 fl 27 kr Zehrungskosten an das Landgericht R. welche von 1701 bis 1706 für den Schreiber Englsperger, für Anton Schieß, anlässlich des bayerischen Einfalls, für die Schützen und die Wacht am Wiltschenauperg, für den gefangenen bayerischen Schützenhauptmann, für die Korporale zu Thyrberg, für Quartierskosten des Leutnants Simon Hardtman, für Vorspanndienste, für den Wachtmeister des Graubündner Battaillons usw.angefallen sind.
Nach Thomas Paumbgartner, Bauer zu Kundl, kommt es vor den Schätzern Johann Martin Kolbinger und Klemens Erhardter mit der Witwe Luzia Höckh und den drei Kindern Sebastian, Maria und Ursula zur Inventur der Mobilien, des Viehs usw. Siegler: Matthias Bernhard Wiser von Wisenfeldt, Schlosshauptmann zu R. Zeugen: unleserlich
Nach dem Ableben des Hans Schöllhom in der Oberwiltschenau kommt es zum Erbeinsatz. Aus der Ehe mit der unlängst verstorbenen Ehegattin Barbara geb. Margreiter stammen die Kinder Bartlmä, Hans, Stanislaus und Margarethe, Ehefrau des Peter Riedmann zu Asten, welchen ein Aktivum von 500 fl abzüglich der Begräbnis- und Gerichtskosten hinterlassen wird. Davon erhält jedes Kind 107 fl. Siegler: Matthias Bernhard Wiser von Wisenfeldt, Stadt- und Landrichter zu R. Zeugen: Matthias Neiner und Franz Stöger, Gerichtsprokuratoren zu R.
Eva Fiats ebner zu Kürchen in der Wiltschenau verkauft dem Sebastian Mayr zu Holzasten um 173 fl vier Rindergrasrechte auf der Alpe Baissen und Grassing, welche sie mit Zustimmung des Klosters Seeon als Grundherrschaft am 4. Mai 1731 abgelöst hat. Siegler: Abt Rufini, Prälat des Klosters Seeon in Baym Zeugen: Peter Haas zu Kürchen und Sebastian Margreiter zu Aperg
Vermögensergänzung nach Hans Unterperger, Bauer zu Feursing in der Obern Wiltschenau. Aus der Ehe mit der nunmehrigen Witwe Maria Kobinger entstammen die Kinder Stefan (6 Jahre) und Thomas (1 1/2), die vom Gerhaben Jakob Unterperger, Bauer zu Egg, vertreten werden. Zum Nachlassvermögen gehören das Viertlgut Feursing, welches der Verstorbene von Gregor Weispacher inklusive Fahrnisse am 15. März 1733 um 1060 fl gekauft hat. Mit dem Vieh beträgt das Aktivum 1102 fl 30 kr, welches durch Schulden an Gregor Weispacher (300 fl und Zinsen), das Heiratsgut der Witwe (200 fl), Begräbniskosten und Gerichtstaxen mit 595 fl belastet ist. Der Reinnachlass von 507 fl wird der Witwe (Anweiser Josef Werlperger) vorerst für ein Jahr zum Genuss eingeräumt. Siegler: Johann Kaspar Millbacher, Stadt- und Landrichter Zeugen: Prokurator Moser und Oberschreiber Nikolaus Ofner
Maria Paumbgartner zu Kundl (Anweiser: Ruprecht Meixner) setzt ihren Ehemann Georg Kölbegger auf dem halben Teillehen Lechnerstatt zur Hälfte ein, welches sie von ihrem ersten Ehemann Andrä Schneider mit Zustimmung der Grundherrschaft Kloster Mariathal am 21. Okt. 1721 übernommen hat. Davon sind jährlich 3 fl 42 kr Grundzins zu St. Andrä nach Kundl zu reichen. Siegler: Maria Rosa Ottenthaler, Priorin der Dominikanerinnen im Kloster Mariathal, Bistum Freising und Konventsiegel Zeugen: Veit Freifues, Zimmermeister am Krambsach, und Matthias Danckl, Nagelschmied
Erbseinsatz nach Matthäus Gföller, Bauer zu Haus in der Oberen Wiltschenau. Aus der Ehe mit der verstorbenen Gattin Maria geb. Kobinger entstammt der einzige Sohn Hans Gföller, welcher als Universalerbe eingesetzt wird. Die ausstehenden Guthaben bei genannten Schuldnern betragen 710 fl, wovon für eine ewige Messe in der St. Mar-grethenkirche 100 fl an die Schuldnerin Eva Flatschner zediert werden. Siegler: Johann Kaspar Milbacher, Stadt- und Landrichter zu R. und Lodronischer Schlosshauptmann Zeugen: Balthasar Zinsdorfer. Schlosspfleger, und Anton Ignaz Vischer, Schreiber
Balthasar Marperger, Wirt und Gastgeber in der Oberwiltschenau, ersucht anlässlich des Todes seines Vaters Balthasar Marperger sen. die mit der Wirtstaverne verbundene Schank- und Zapfgerechtigkeit, welche dem Urbaramt Rattenberg zugehört, neu zu verleihen. Hiemit wird ihm das Schankrecht neu verliehen und dafür ein Stiftzins von 1 fl 30 kr an das Urbaramt R. eingehoben. Siegler: Johann Mar tin von Zwergem, Urbarrichter Zeugen: Franz Karl Aschauer, Zollamtsbeschauer, und Franz Anton Ostermayr, Urbaramtsschreiber
Hans Loy, Bauer zu Porckhen, verkauft dem Balthasar Marperger, Wirt und Gastgeber auf dem Keller, Herrschaft Rattenberg, ein Dreiviertellehen, nämlich das halbe Pachgut zu Pach und Obinger Viertl, samt Haus,Stall, Tenne, Backofen, Obstbäumen und Krautgarten in der Neuhauspeunte, samt Vieh und Fahrnissen und allen Zugehörungen mit Zustimmung der Grundherrschaft Kloster Seeon um 2773 fl und drei Thaler verehrten sowie 10 fl verzehrten Leutkauf. Siegler: Abt Ruffini, Prälat des Klosters Seeon, Siegelbitte an den Verwalter Johann Veit Gwercher Zeugen: Johann Michael Schies, Stadtschreiber, Johann Lengerer, Tischlermeister
Verlassenschaftsinventar aller liegenden und fahrenden Güter nach Lamprecht Hollrieder, Bauer zu Stockach in der Oberwiltschenau. Aus der Ehe mit Barbara Margreitter entstammen die Kinder Josef, Lorenz (verheiratet im Mühltal), Margareth (Ehefrau des Leonhaid Seißl in der Niederau) und Veronika Hollrieder. Bei der Inventur werden das Vermögen, auch die Guthaben von 231 fl und die Schulden von 1170 fl beschrieben und taxiert. Die Fahrnisse ergeben nur 50 fl, das Getreide 30 fl, das Vieh (fünf Kühe, ein Kalb und 15 Ziegen) 101 fl, Futter und Stroh 50 fl. Der Grundzins an die Margarethenkirche in der Wiltschenau beträgt 2 fl 9 kr jährlich. Die Liegenschaft hat der Verstorbene von seinem Vater lt. Übergabe vom 14. Dez. 1704 um 1350 fl übernommen. Der Reinnachlass beläuft sich somit auf 641 fl. Siegler: Josef Andrä de Lenard, Stadt- und Landrichter der Herrschaft R. Zeugen: Daniel Holzknecht, Schreiber, Balthasar Zinndorfer, Schlosspfleger, Sebastian Loy und die Witwe
Hans Gföller, Bauer beim Schneider in der Oberen Wildschenau, bestätigt mit diesem Schuldbrief, dass er von Jungfrau Maria Elisabeth Vollant am Achenrain bzw. deren Kurator Anton Komployer, Berggerichtsschreiber, 150 fl bar zu einem Zinssatz von 4 % erhalten hat. Siegler: Johann Franz Kolb von Kolbenthum, Stadt- und Landrichter der Herrschaft R., Siegelbitte an Schreiber Anton Johann Schmidl Zeugen: Josef Anton Heisl, Prokurator, Josef Joachim Spat, Schreiber
Kaiserin Maria Theresia bekundet dem Balthasar Marberger, Wirt und Gastgeber in der Oberen Witschenau (sic), dass bereits 1733 zur Verteidigung des Vaterlandes die Scharf- und Scheibenschützen in Kompanieen unter selbst gewählten Offizieren zusammengefasst wurden. Anlässlich der anbefohlenen Musterung und Einrollierung der Rattenberger Schützenkompanie wird Marberger als Unterleutnant gewählt. Diese Charge wird hiemit durch Maria Theresia bestätigt und Marberger zugleich verpflichtet, bei Abwesenheit der übrigen Offiziere die Kompanie herzhaft anzuführen und zur standhaften Beschützung des Erblandes Tyrol treu und gehorsam zu kommandieren, wozu das weitere von den Schützenstabsoffizieren bei den o.ö. Stellen am 29. Juni oder durch einen Hauptmann zu gewärtigen ist. Siegler: Die Ausstellerin
Die Grundholden Gastwirt Johann Georg Hueber von der Stadtkammer und Jakob Hackl, Bankmetzger, beide R., veranlassen beim Augustinerkloster in R. als Grundherrschaft betreffend die Schwaighofpeunte einerseits und dem Kloster Seeon als Grundherrschaft betreffend den Grüeßluß anderseits einen Tausch. Hueber soll dem Augustinerkloster den Grundzins von 36 kr für den mit Jakob Hackl eingetauschten Luß bezahlen. Hingegen soll Hackl den von Hueber eingetauschten Anger in der Thalwiese dem Kloster Seeon reichen. Siegler: Priorats- und Konventsiegel des Augustinerklosters und Unterschrift des Priors Johann Georg Kaldschmid Zeugen: Nikolaus Arztpöckh, Bürgermeister zu R., und Johann Georg Anderer, Wirt zu Wörgl
Paul Doderer zu Dorf verkauft als Gläubiger der Maria geb. Margreiter und des Ehemanns Hans Weispacher zu Aperg in der Oberen Wiltschenau das an ihn zedierte halbe Gut zu Aperg und 5 1/2 Grasrechte auf der Alm Tols und Gressing um 2570 fl an Thomas Fux. Das Gut stammt laut Verleihbrief des Klosters Seeon aus dem Gut Fach von Balthasar Dengg und zwei Grasrechte wurden dem Peter Haas abgekauft. Siegler: Abt Augustinus vom Kloster Seeon in Baym und Visitator in Frauenchiembsee, Siegelbitte an den bestellten Verwalter Balthasar Marperger, Weingastwirt. Zeugen: Peter Riedmann zu Pranta und Hans Moser zu Holzhamb
Vermögensabhandlung nach Stanislaus Schelhom, Müllermeister auf der Stöcklmühl in der Niderau. Zwischen der Witwe Margreth Hausperger (Anweiser: Leonhard Oberlindober) und den Töchtern Maria als Besitzerin (Anweiser: Johann Wimer, Bauer zu Ungnaden) und Anna (Anweiser: Michael Hausperger, Bauer zu Unterhausperg) wird die am 26. März 1739 von Lorenz Waldner gekaufte Mulde mit drei umgehenden Steinen der älteren Tochter Maria zugesprochen, die auch für die Mutter zu sorgen hat. Die weichende Anna erhält 250 fl Entrichtgeld. Sollte die Mühle verkauft werden, muss Maria vom Gewinn 1/3 an Anna bezahlen. Siegler: Johann Jakob Jud, Urbar- und Wechselrichter zu R. Zeugen: Franz Nikolaus Spath, Schreiber, Thomas Weinseisen, Schmiedemeister zu Mehm
Erbabhandlungsprotokoll nach Gertraud Kobinger für den Neffen Stefan Unterberger, Sohn der Maria Kobinger und des Hans Unterberger, bei dem Schneider zu Haus in der Wiltschenau. Gertraud Kobinger, Witwe des Christian Grukenhauser und in zweiter Ehe des Andrä Hueber, Besitzerin des Gütls beim Greiml, Pfarre Kirchbichl, stirbt nach Krankheit im Alter von 76 Jahren und hinterlässt keine Leibserben. Die nächsten Verwandten sind die jüngste Schwester Katharina geborene Kobinger, Witwe nach Andrä Thumer in Schwent bei Itter und genannte Nichten und Neffen ihrer beidhändigen Geschwister Veit, Magdalena, Ursula und Maria Kobinger. Laut inseriertem Testament vom 13. Juli 1768 vermacht sie ihren Nachlass neben zahlreichen Messlegaten dem Neffen Michael Kobinger, Sohn ihres verstorbenen Bruders Veit. Siegler: Anton Franz Lenz, Stadt- und Landrichter der Herrschaft Kuefstain
Inventur nach Maria Schellhorn, Ehefrau des Müllermeisters Thomas Unterperger, Müller auf der Stöcklmühl in der Niderau. Namens des fünf Tage alten Kindes Maria wird Johann Wimer, Bauer zu Ungnaden, als Gerhab bestimmt. Bei der Inventur sind der Urbarschreiber Franz Nikolaus Spath und der Taxator Johann Steixner, Müllermeister auf der Flörl- oder Orthnermühl. Das Inventar wird mit 168 fl und die Liegenschaft, welche der Verstorbene von seinem Vater Stanislaus Schellhorn am 22. Mai 1770 geerbt hat, mit 700 fl bewertet. Siegler: Johann Jakob Jud, Urbarrichter der Herrschaft R.
Vermögensliquidation nach Maria Schellhorn, Ehefrau des Thomas Unterperger, Müllermeister auf der Stöcklmühl in der Niderau. Für das vierwöchige Töchterl Maria Unterperger (Oerhab: Johann Wimer) wird das mütterliche Vermögen (siehe oben Inventur) liquidiert und mit 1736 fl 49 kr errechnet. Dagegen stehen die Forderungen des Witwers mit 1857 fl, sodass noch 120 fl offen sind. Siegler: Johann Jakob Jud, Urbarrichter der Herrschaft R., und Johann Franz Kolb von Kolbenthum, Stadt- und Landrichter der Herrschaft R. Zeugen: Johann Michael Riemer und Franz Niklaus Spath, beide Urbaramtsschreiber
Amtliches Gutachten über den Riedl -oder Stallnerhof in Kundl, welcher dem Kloster Seeon grundrechtbar ist. Laut Stiftsurbar von 1714 ist bis dato allein der verstorbene Josef Anton Ignaz Graf Tannenberg als Inhaber vorfindig und die Spergserischen Erben scheinen in der 25jährigen Amtszeit des Gutachters nicht auf. Es wurde zwar die Stift nur durch den Tannenberger Sekretär Gärtner abgeführt, doch könne dem jungen Grafen Tannenberg die grundherrliche Investitur vorerst nicht ausgefertigt werden, da im grundherrlichen Protokoll vom 26. Juni 1689 Anton von Spergser für Peter Lettenbichler zu Kundl als Gewalthaber des Stallnergutes ausgewiesen ist. Weitere Argumente gegen die Investitur werden angeführt.
Stiftungsamtsbericht. Das eingehobene Stiftgeld wird übersandt und bemerkt, dass der Tannenbergische Sekretär bei der heurigen Stift die erhoffte Stift für das Riedl- oder Stallnergut zu Kundl noch nicht abgeführt habe. Beim Stifttag des Klosters Seeon in Rattenberg konnte er wegen Terminkollission nicht erscheinen. Eine Abänderung des Stifttages könne nur von der Grundherrschaft Seeon erfolgen, und nicht nach Willkür eines Grundholden. Die Stift zwischen Graf Tannenberg und Spergser ist seit drei Jahren ungeklärt und kann nur durch kostspielige Verfahren geklärt werden. Gleichzeitig wird an die übliche Bestellung des Getreides erinnert.
Kaspar Laner, Bauer beim Guggen in der Niederau, ersucht das Stadt- und Landgericht R., den Johann Wibmer zu Ungnaden als Kurator der Maria Unterberger zu Stocka zu veranlassen, das aus dem Guggengut zu Niederau verkaufte Grundstück Mitterfeld rückzulösen.
Aufschreibbuch für Dominikus Marberger, welche genannten Lebensmittel und Weine einzukaufen sind. Mengenangaben und Preis werden teilweise vermerkt. Unter jedem Tagesdatum sind dutzende Posten angeführt.
Vermögensabhandlung Ed Erbsverteilung nach Maria Ursula geborene Marperger, Witwe des Nikolaus Arztpeck (Artzpöck), Bierbrauer zu R.- Die Erblasserin ist am 22. Mai ohne lebende Nachkommen verstorben, da ihr einziger Sohn als Augustinerprior Pater Johann Baptista bereits früher verstorben ist. Erben sind der eheliche Bruder Balthasar Marperger, übergebener Gastgeber in der Oberau, welcher durch seinen Sohn Dominikus, Gastwirt, vertreten wird, und Schwester Maria Rosa M., Ehefrau des Weißgerbers Georg Mages. Von der verstorbenen zweiten Schwester Anna Katharina M. verehelichte Giglmayr zu Kundl, ist deren Tochter Maria Anna Pichlmayr, Baderswitwe (Anweiser: Martin Tengg, Dorfmeister zu Kundl) erbberechtigt. Das Gesamtvermögen von 4925 fl (wovon beim Bürgermeister Johann Karl Neuhauser 3500 fl veranlagt sind) wird durch Messlegate (250 fl), Vermächtnisse an die Dienstmagd (75 fl), und kleinere Schuldposten auf 4200 fl reduziert, wovon die drei Erben je 1400 fl erhalten. Siegler: Zacharias Azwanger, Amtsbürgermeister mit größerem Stadtsiegel Zeugen: Johann Krukenhauser, Johann Georg Stroh, Anweiser Freisenegger und Stadtschreiber Karl Schweiggl
Abhandlung, Überlassungs- und Insitzvertrag nach Stefan Unterberger, Bauer zu Stoka in der Obern Wildschönau für den Insitzbruder Thomas Unterberger. Am 9. Aug. stirbt Unterberger und hinterlässt ein Testament vom 18. Dez. 1787, welches inseriert ist. Er war mit Magdalena Hollrieder, dann mit der nunmehrigen Witwe Maria Holzer verheiratet. Vater Johann Unterberger, Bauer zu Feuersing in der Oberau, hat aus der Ehe mit Maria Kobinger einen zweiten Sohn Thomas, der ihn auch vor Gericht vertritt. Der Halbbruder Jakob Thumer, aus der zweiten Ehe Maria Kobingers mit Kaspar Thumer ist bei den Tiroler Feldjägern und wird durch Kurator Jakob Koch vertreten, die Halbschwester Maria Thumer durch ihren Gatten Michael Moser zu Feuersing. Das Stokagut ist der Margarethenkirche in der Oberau grundrechtbar und seit 28. Sept. 1791 durch Tausch im Besitz des Erblassers. Der Reinnachlass von 1521 fl wird zur Hälfte dem Insitzbruder Thomas übereignet, die Weichenden sind zu entrichten. Siegler: Johann Franz Kolb von Kolbenthum, Stadt- und Landrichter
Inventar nach Matthias Schneider, Bauer beim Grueber zu Kundl. Vor dem Stadtgerichtsschreiber Josef Kraft und dem Gerichtsausschuss Jakob Oberauer, Bauer beim Sigl in Kundl, wird der Nachlass des am 23. Nov. 1791 Verstorbenen beschrieben. Mit der Witwe Franziska Stecher zeugte er die Kinder Matthias (12), Maria (16), Anna, Susanna und Ursula (7) Schneider (Gerhab: Anton Jaud, Müllermeister zu Kundl). Beim Inventar von 431 fl wird das Vieh mit 182 fl bewertet. Das Halblehen Lehenstatt mit Haus-Nr. 722 und genannten Grundstrichen wird auf 1600 fl taxiert. Somit beträgt der Reinnachlass 2031 fl 13 kr. Siegler: Johann Franz Kolb von Kolbenthum, Stadt- und Landrichter der Herrschaft R. Zeugen: keine
Vermögensabhandlung nach Matthias Schneider, Bauer beim Grueber zu Kundl. Das im Inventar beschriebene Vermögen (siehe oben Nr. 36) wird durch genannte Schulden und die eingebrachten 900 fl Heiratsgut der Witwe Franziska Stecher auf 330 fl geschmälert. Wegen hoher Verschuldung, Baufälligkeit des Hauses und Minderjährigkeit der Kinder (7 bis 16 Jahre) schlägt der Vormund den Verkauf des Gütls an Paul Thaler vor. Da die Witwe den Hof um 2100 fl kauft, erhöht sich der Reinnachlass auf 450 fl, wovon jedes Kind 90 fl erbt. Mit dem Hof übernimmt sie alle Schulden und verpflichtet sich zur Erziehung der Kinder bis zum 22. Lebensjahr Siegler: Johann Franz Kolb, Stadt- und Landrichter zu R., und Josef Edler von Schenk, Urbarverwalter zu R. Zeugen: keine
Guts- und Vermögenseinlass zwischen Josef Kühlechner, Holzknecht im Steinberg, Schranne Breitenbach, und seiner Braut Magdalena Ruprechter (21 Jahre), Inhaberin des Gütls auf dem Maadem in Steinberg. Der Bräutigam bringt 200 fl ein. Dafür lässt ihn die Braut zur Hälfte als Miteigentümer in ihr Gütl ein, gegen Übernahme der halben Schulden. Siegler: Gebrüder Josef Johann Nepomuk und Franz Ignaz Adam, Ritter von Pfeiffersberg, Gerichts- und Schlossherren der Hofmark Matzen Zeugen: Vinzenz Holzknecht und Franz Josef Aniser, beide Schreiber zu Matzen
Messstiftung für die St. Margarethenkirche in Oberau. Hiemit wird die Stiftung von 50 fl, welche die ledige Bauemtochter Ursula Mayr beim Leyrer zu Unterberg in der Obern Wildschönau dem Verrechner Balthasar Plezacher bar bezahlt hat, angenommen. Dafür soll am Fest der hl. Ursula eine Messe zu genannten Bedingungen gefeiert werden. Siegler: Andreas Lechner, Vikar zu Oberau, und Johann Georg Kolb, Stadt- und Landrichter zu R. mit Unterschriften Zeugen: keine
Schuldzession und Schuldbekenntnis für Franziska Stecher von Jakob Oberauer bei den Eheleuten Martin Klingler und Katharina geborene Oberauer über 800 fl zu einem Zinssatz von 3 1/2 %. Siegler: Johann Heinrich von Aperger, Stadt- und Landrichter der Herrschaft R. Zeugen: Josef Kraft, Kanzlist, und Christoph von Kaller
Vermögensabhandlung nach Barbara Hölzl, ledige Ingehäusin zu Stoka in der Oberau. Frau Hölzl verstarb am 17. Feber kinderlos und hinterließ ein Testament vom 22. Sept. 1788, worin Legate für Messen, Arme und Base Maria Moser gemacht wurden. Nach Abzug der Begräbnis- und Gerichtskosten verbleiben noch 59 fl 25 kr Reinnachlass. Siegler: Amtssiegel mit Unterschrift des k.k. Amtsmannes Andreas Endl Zeugen: Jakob Margreiter, Gerichtsausschuss zu Oberau
Ursula Mayr in der Wildschönau stiftet der Michaelskirche in Thierbach eine Jahresmesse zu genannten Bedingungen mit einem Stiftungskapital von 50 fl, welches bei der Tiroler Landschaft verzinst wird. Siegler: Kaplan Georg Lintner und Johann Aperger, Stadt- und Landrichter zu R., mit Ordinariatskonsens und Gubemialgenehmigung
Vermögensübergabe des Thomas Unterberger, Bauer zu Stoka in der Oberau, an seine Tochter Maria aus der Ehe mit Maria Schellhorn. Die Insitzerin Maria, Gattin des Peter Koch, übernimmt die Liegenschaften aus Kat. Nr. 192 mit genannten Grundstücken, welche der Vater von dessen Bruder Stefan Unterberger lt. Abhandlung vom 9. Sept. 1788 geerbt hat. Maria übernimmt auch das Muttererbe und jenes der Base Luzia Wallner inklusive Zinsen mit 1.000 fl, dafür wird der lebenslängliche Unterhalt des Vaters und der Maria Holzer (Witwe nach Stefan Unter-berger) mit genanntem Naturalaustrag gesichert. Siegler: Amtssiegel und Unterschrift des Landrichteramtsverwalters Sebastian Hecher zu R. Zeugen: Jakob Margreiter, Gerichtsausschuss, Josef Kraft, Aktuar und erster Landgerichtskanzlist zu R.
Kauf für Matthias Schneider zu Kundl von Franz Spiegl, Traubenwirt zu Kundl, und dessen Ehefrau Maria geborene Schuster. Mit Bewilligung der Lichtenthumer Grundherrschaft verkaufen die Eheleute Spiegl von der Auerwirtstaverne dem Matthias Schneider um 640 fl die Behausung beim Grabmayr, welche zum Halblehen Vorderbichl zu Kundl gehört, und von den Eheleuten am 19. Jan. 1803 von Valentin Thaller gekauft wurde. Siegler: Karl Aschauer, Freiherr von Lichtenthum Zeugen: Franz Häußler, Berggerichtsschreiber in Brixlegg, und Franz Schluderer im Schloss Lichtenthum
Letztwillige Anordnung des Thomas Unterberger, übergebener Bauer zu Stoka. Er verfügt, dass von dem noch nicht übergebenen Vermögen 20 fl an die Skapulierbruderschaft in der Niederau, und 30 fl an die Rosenkranzbruderschaft in der Oberau gehen. Weiters sollen 70 fl an die armen Leute in der Wildschönau und 30 fl an die Ärmsten in der Stadt Rattenberg verteilt werden. Vom vorhandenen Roggen und Weizen soll den Armen in der Wildschönau Brot gebacken werden. Weitere 100 fl stiftet er für einen neuen Himmel bei der Margrethenkirche und 10 fl für die Antoni-Kapelle in der Oberau. Für Messen werden 140 fl gestiftet. Bleibt nach diesen Legaten noch ein Rest, so gehört dies seiner Tochter Maria Unterberger. Siegler: Amtssiegel und Unterschrift des Urbargerichtsverwalters Sebastian Hechers Zeugen: Dominikus Marberger, Wirt auf dem Keller, und Balthasar Pletzacher, Bauer zu Mosen