Chunrad der Graentner, Bürger zu Hall, ermäßigt dem Eberlein dem N ockher ab dem Stikhelberg den Grundzins vom Gut Stikhelberg von jährlich 20 Pfund auf 13 Pfund. Diese Senkung des Grundzins gilt auch für alle künftigen Bewirtschafter des Gutes.;
Siegler:
Zeugen: Thoman der Mynne, Bürger von Hall; Wolfhartshauser, Gesellpriester zu Hall, Hans Graentner, Vetter des Chunrad Graentner, Chunrad Zollner, Michael Hurnauz, Hans, Schüler des Chunrad Graentner
Überlegungen zur Anstellung eines Viertelarztes im Gericht. Dies sei zwar heilsam, doch wegen der Entlegenheit vieler Orte kaum umzusetzen, da die Patienten die hohen Kosten der Visite scheuen. Ein jährliches Gehalt von 300 ff wäre angemessen, doch der gemeine Mann ist durch Steuern und andere Belastungen, wie Wasserschäden, schon schwer bedrückt. Obwohl die Geistlichkeit und Exempten zur Gemeinschaft nichts beitragen, wären sie die Nutznießer, da der einfache Mann schon die Ausgabe weniger Kreuzer scheut. Selbst in Landesvierteln mit dichter Besiedlung hat sich der gemeine Mann dergleichen Medikamente abgewöhnt. Daher sollte die Entscheidung zu weiteren Belastungen den jeweiligen Gerichten Vorbehalten bleiben.
Meister Jörg Maler, Bürger zu Rattenberg und seine Ehefrau Anna verkaufen um eine ungenannte Geldsumme dem würdigen Herrn Heinrich SchÄmmel, Kaplan auf dem Sebastiansaltar in der Virgiliuskirche zu Rattenberg, 2 lb Berner Gült, die vorher Konrad Scherer innehatte, auf ihrem eigenen Haus in der Stadt Rattenberg hinter Lienhard des Hallers Haus gegenüber dem Kloster gelegen. Siegler: Hans der Ekker, Bürger zu Rattenberg Zeugen: Ulrich Prater, Simon Chürschner, Herman Hamelburger, alle Bürger zu Rattenberg
Kodex II: Aufschreibbuch des Kellerwirts in Oberau über seine Schuldner und deren Konsumation an Speisen und Getränken (vgl. oben Nr. 77).
Auf Veranlassung der Nachbarschaft Kundl und Liesfelden veröffentlicht die Gerichtsobrigkeit Rattenberg eine Dorf Ordnung in 18 Punkten mit einem Nachtrag von 1754 anlässlicheiner Zusammenkunft am 9. Nov. in Kundl. Auch die Archenregulierung am Yhnstromb wird in die Ordnung einbezogen. Themen derDorfordnung sind die Feuersgefahr durch Brecheistuben und durch Tabakrauchen, die Ruhestörung der ledigen Burschen, die Aufsichtspflicht der Hausväter, die Sperrstunde in Wirtshäusern, die Kündigungsfrist der Hausbediensteten, Spiel und Tanz in Wirts- und Gasthäusern, die Sonntags- und Feiertagsruhe, die Beherbergung von Fremden, Zuzug und Einkauf von Fremden, die Einkaufgelder, der Holzbezug der Ingehäusen, das Weiderecht für Wintervieh, die Zuteilung von Streu und Erlenholz, Verbot der Spiellleute bis Maria Geburt und die Nominierung eines sechsköpfigen Überwachungsausschusses. Siegler: Johann Kaspar Milbacher, Stadt- und Landrichter zu Rattenberg
Schuldbrief (Schuldschein) von Franz Schneider, Bauersmann in Flirsch, für Elisabeth Grapp; ausgestellt am Bezirksgericht Landeck, unterschrieben und gesiegelt von Landrichter Joseph Hilar Dialer.
UntitledThomas Grym und Kaspar Thawrenhauser zu Schwaz als Brudermeister der St. Sebastians-Bruderschaft daselbst, verkaufen mit Zustimmung des Hans Stöckl die ihm gewidmeten Gülten von 5 Mark Berner in Münz anliegend auf dem Hause und den Gütern am Platz zu Imst dem Andrä Mair, Bürger zu Imst und seiner Frau Agnes. Siegler: Hans Stöckl und Sigmund Capeller, Landrichter zu Freundsberg Zeugen: Herr Christoph Mathew, St. Sebastians-Bruderschafts kaplan, Gabriel Himlreicher und Hans Mayr in Schwaz sowie Christoph Raminger. Bürger zu ImstOriginal Pergament 28 cm x 59 cm; 1 S. fehlt, S. Capellers anh.
Steuerregister nach Gutsnamen und Namen der Besitzer, mit späteren Kaufvermerken und Nachträgen neuer Besitzer.
Ferdinand Karl Graf von Mohr, Hauptmann und Kommandant der Festung, Herrschaft und Stadt Kueffstain, bekundet, dass zwischen Josef Seiz, Bürger zu Kueffstain einerseits, und dem Benedikt Thür, Gerichtsprokurator, und Georg Seybald zu Wisenschwang als Vertreter des Landgerichts Küzpichl wegen der Militärkosten und Iltisehen Quartiergelder im Vergleichsweg 210 Gulden (ohne Zinsen) festgesetzt und dem Seiz die Wachtschichtgelder zediert wurden. Siegler: Der Aussteller
Stiftungsausweis über den Organisten- und Lehrer gehalt in Landeck. Schullehrer Johann Grissemann erhält vom Kirchpropst 146 Gulden 59 kr weiters von der Widumvogtei 1 Gulden 20 kr, vom Frühmeßkassier 2 Gulden vom Almosenamt 10 Gulden 30 kr, von der Gemeinde Angedair 17 Gulden von Perfuchs 10 Gulden Perfuchsberg und Perjen(n) je 5 11; Ein Acker auf der (Ö)oede zum Preis von 1100 Gulden erbringt für die Schule 44 Gulden Zinsen. Weitere 57 11 38 kr sind durch obige Gemeinden anteilsmäßig zu ergänzen, um auf den Betrag von 300 Gulden zu kommen. Künftig haben die Gemeinden jährlich für den Lehrer har zu bezahlen: Angedair 36 Gulden Perfuchs 31 Gulden Perfuchsberg 11 Gulden und Perjen 15 Gulden Die insgesamt 94 Gulden 38 kr Zuschuß der Gemeinden würden ein Stiftungskapital von 2365 Gulden 50 kr erfordern. Unterschrift: Josef Mungenast, Propst
Servitutenregulierung mit Fiss
Kaiser Rudolf II. bekundet anläßlich des Todes seines Bruders Erzherzog Ferdinand als nunmehriger Landesfürst dem David Hag, Hofkammerrat, daß dieser von Kaiser Maximilian I. für die Schmelzhütte, Schmiede, Hof- und Kohlstätten, Holzlegen usw. zu Pflach bei der Ach ein Privileg innehat, welches zuletzt seinen Vater Georg Hag konfirmiert worden war und hier wortwörtlich inseriert ist (vgl. Nr. 30) in diesem Insert sind wiederum die vorhergehenden Privilegienbestätigungen bis Maximilian I. vom 13. Dez. 1509 (vgl. Nr. 11) enthalten.
Quittungen für Tagschichten (2)
Requirierimgsbefehl betreffend 300 Strohsäcke und Kopfpolster für die bayerischen drei Armeedivisionen.
Preisfestsetzung von Bier, Gemeinem Bier und Märzenbier.
Alter: 47; Bauer in Thierbach. Seine Leiche wurde aus dem Inn gezogen und im Ortsfriedhof begraben.
Hofratsbefehl an den Pfleger Christoph Rüedl zu Ytter wegen Anbringung des Brennzeichens und Abführung der gerichtlichen Taxe bei der Eichung der Gewichts- und Längenmaße.
Bisher haben die vier Gassen (Griesser-, Laimgru(e)ber-, Oberdörfer- und Mittergasse) je einen Hirten und eigene Herdenstiere gehalten. Je zwei Gassen haben die Alpen am Langesberg (Langetsberg) und im Zammer Loch abwechselnd befahren. Da das Vieh in der Griessergasse stark zugenommen hat, fühlen sich die Laimgruber benachteiligt und veranlassen einen Gemeindebeschluß durch die Dorfversammlung: 1) 2) Der Dorfvogt soll beim Hörnerschneiden das Vieh zählen und in vier gleiche Stückzahlen teilen. 3) Die Sommerweiden sollen wie bisher von jeweils zwei Gassen alternierend genutzt werden. 4) Jeder der vier Hirten muß gleich tauglich sein. 5) Die Hirtenpaare sollen gemeinsam gehen und zugleich die Kost empfangen. 6) Die vier Herdstiere sollen weiter reihum eingestellt, jedoch gemeinsam aus dem Hausgeld mit je 10 Gulden finanziert werden. 7) Die Stiere sind auch hei Futterteuerung gut zu halten, bei sonstiger Strafe von 1/2 !b Wachs an die Kirche. Zur Einhaltung verpflichten sich vor dem Gerichtsverpflichteten Balthasar Grissemann, der Dorfvogt Kaspar Fadumb, die Vierer Johann Zirciier, Ignaz Salzgeber, Georg Schneller und Christian Rudig, sowie genannte 38 Vichhalter der Gemeinde. Siegler: Abraham Stöckhl, Pfleger der Herrschaft Landeck
Alter: 18; Kaminkehrergehilfe erhielt den Auftrag, einen Fabrikschlot (Kinz Fabrik) zu reinigen. Beim Aufstieg lösten sich 2 Steigklammern und er stürzte über 11m tief ab.
Alter: 59; Knecht, aus Ellbögen stammend. Geriet unter einen Mistwagen und wurde erdrückt.
Alter: 42; Bäuerin in Zellberg, geistig verwirrt, stürzte sich in die Zillertaler Ache.
Alter: 45; Kriegsinvalide aus Tux. Entfernte sich vom Pflegeheim. Kündigte seinen Selbstmord an, Leiche wurde längere Zeit nicht gefunden.
Anfang Mai bei Jenbach aus dem Inngezogen und im Ortsfriedhof begraben.
Alter: 33; Bauernsohn, kam am Nachhauseweg von einer Tanzveranstaltung mit Franz Quinz (18 Jahre), Holzarbeiter aus Belluno in Streit. Erhielt vom Täter mehrere Messerstiche in die Brust. Schwurgerichtsverhandlung in Allgemeiner Tiroler Anzeiger 22.6.1921, 4: Geschworene erkannten nicht auf Totschlag sondern Überschreitung der Notwehr. Urteil: 4 Monate strenger Arrest.
Alter: 34; Kondukteur.
Alter: 49; Bauer zu Draxl in Laimach. Tod durch Erschießen.
Alter: 13; War im Kirschental mit Steinaufladen beschäftigt. Ein großer Stein rollte wieder zurück und erschlug den Knaben.
Alter: 11; Wollte mit einem Kollegen in der Klamm bei der Romediuskapelle Platenigl suchen. Beim Aufstieg über einen gefährlichen Schrofen verlor er den Halt und stürzte in den Tod.
Alter: 68
Die Bürgerschaft von Imst zeigt bei der Imster Pfleggerichtsobrigkeit an, daß am 10. Juli auf ihrer Alpe Alpeil fremdes Vieh von Pfafflar aufgegriffen wurde. Der von amtswegen abgeschickte Baumeister Josef Singer und Andrä Heinz stellten 13 Stk. Vieh fest, wovon 2 dem Christoph Lechleitner, Gramaiser, Christian Koch und dessen Schwester 4 und deren Bruder I. Georg Krapacher 3, Johann Perle 1, und Christian Köck 2 gehören. Ohne ein Pfandgeld zu zahlen, haben die drei Pfafflarer Koch, Krapacher und Köck das Vieh weggetrieben und die Imster verspottet. Die Pfafflarer werden aufgefordert, innerhalb von 8 Tagen zu Händen des Bürgermeisters insgesamt 13 Gulden Pfandgeld zu bezahlen. Da bisher kein Kreuzer Pfandgeld bezahlt wurde, bringt Imst bei Gericht die Klage ein.
Blasius Silier auf Oleins im Stubai hat von Georg Mäderl, Bestandsmann zu Thaur und in Mieders im Stubai anseßig, und Tobias Mäderl von Mieders als Vormunde von Gregor, Matthias, Georg, Katherina und Barbara, Kinder des verstorbenen Jakob Gleinser und seiner Gattin Ursula Steinwenter, den halben Gleinserhof gekauft und darüber der Waldaufstiftung einen Revers ausgestellt.
Siegler: Michael Worath, Stadtrichter von Hall Siegelbitte: Hans Daxer, Diener des Stadtschreibers Thomas Waidmann
Zeugen: Matthias Paumann von Axams; Andreas Zott, Pfannhausamtsbrunnenknecht und Inwohner von Hall; Matthias Goller, Diener des Stadtschreibers
Alter: 36; Tod durch eine Arbeitsunfall bei einer Maschine. Wurde von einem Förderband in einer Spinnfabrik erfasst und mehrfach auf die Decke geschleudert. Stammte aus Zirl. Aufruf zu Spenden für seine arme Familie. Im Anzeigenteil.
Alter: 39; Arbeiter im Torfwerk, stammte aus OÖ. Tod durch Erhängen.
Alter: 42; Gattin eines Tischlermeisters. Tod durch Erhängen.
Alter: 58; Oberst in Ruhe aus Steyr. Tod durch Erschießen. Wurde im alten Militärfriedhof begraben.
Alter: [unklar]; Stammte aus Kärnten. Stürzte auf der Nordkette über einen Felshang und verletzte sich tödlich.
Alter: 18; Schüler der Handelsakademie, muss in seinem Zimmer versehentlich den Gashahn geöffnet habe. Starb an Leuchtgasvergiftung. Sein Zimmer war versperrt (Selbstmord?)
Alter: 21; Versuchte mit Mitgliedern des Akademischen Alpenvereins München die Wildspitze zu besteigen. Fiel in eine Gletscherspalte und konnte nicht mehr rechtzeitig gerettet werden.
Alter: 46; Bauer am Penningberg. Trübsinnig, Erschoss sich mit seinem Gewehr.
Alter: 45; Telegrafenarbeiter, wurde zwangsweise nach Lermoos versetzt, was er nicht verkraften konnte. Tod durch Erhängen.
Alter: 37; Holzarbeiter. War im Goasgraben am Eiberg mit Holzfällen beschäftigt. Baum brach zu früh ab und schleuderte Opfer in die Tiefe.
Alter: 42; Diener bei der gräflichen Gutsverwaltung. Stammte aus Schlesien. Tod durch Erhängen.
Peter Platzer, Stadtschreiber und Ratsbiirger von Meran, stellt dem Spital in Hall einen Revers über das Weygut in Hagnach bei Meran aus, nachdem der Vorbesitzer Hans Marquart verstorben ist und die Erben wegen der Schulden verkaufen mußten. Der Grundzins beträgt 12 Yhren guten. Wein nach Meraner Mostmaß und ist zum Rigihof in Mais zu zinsen.
Siegler: Peter Platzer