Lienhard Mosprugger, Richter zu Baudegg, nimmt zu Bruz die Kundschaft auf Bitte der Prokuratoren Martin Gross und Kaspar Zenngerle für die ganze Gemeinde zu Venndls zu Protokoll. Es geht um eine strittige Weide in Ruffaneil gegen die ganze Gemeinde Kauns. In Gegenwart des Dorfvogtes von Kauns Wolfgang Nigg und Melchior Fuchs zu Gaiswisen sagen die Zeugen Oswald Neuner zu Bruz, Klaus Herman und Hans Auderle aus Wenns wahrheitsgemäß aus. Neuner sagt, er sei vor 32 Jahren nach Venndls gekommen und habe als Hirte mit dem Vieh auf Rufanel(l) ungehindert weiden dürfen. Herman sagt aus, daß er vor 24 Jahren von Venndls weggezogen sei, aber vorher immer ungehindert das Vieh durch seinen Boten auf Rufanel(l) habe weiden lassen. Auderle bezeugt, daß er vor 27 Jahren in Venndls gedient und die Rufanel(l) verflucht habe, weil sie so weit entfernt und zu Kauns viel näher sei. Sein Herr Heis Greutter habe ihn aufgeklärt, daß Weide und Wiese immer zu Venndls gehörten, wie auch Hans Waldner bezeugen kann. Siegler: Richter Lienhard Mosprugger Beisitzer: Ruepp Pair zu Ried, Hans Tarscher und Hans Ortwein, beide Bruz
Alter: 11
Abschriften von ausgehenden Briefen der Gemeindeverwaltung mit Registraturvermerken
Zonder titelChristian Jung zu Grins und seine Ehefrau Ursula geborene Pig (Anweiser Melchior Lechleitner, Gastgeb zu Grins) verkaufen dem Hans Linser, Wirt und Gastgeb zu Landeck, in seiner Funktion als Almosenverwaltern (Almueser) von ihrem freieigenen Drittel einer Behausung in Oberdorf zu Grins, an Hans Naters Obstgarten grenzend, und von ihren eigenen angrenzenden Obstgarten, welcher an Christoph Reichart und die Gemein grenzt den jährlichen Afterzins von 3 Gulden 15 kr um eine Kaufsumme von 65 Gulden Künftig haben sie diesen Zins jährlich zu Martini an den Almosenverwalter oder den Inhaber dieses Briefs zu erbringen. Siegler: Jakob Stöckl, Pflegsverwalter und Richter der Herrschaft Landeck (Lanndegg) Siegelbitte an: Elias Kolb, Gerichtsschreiber Zeugen: Hans Kappeier zu Landeck und Matthias Hager, Schreibereidiener Dorsalvermerk: Sigmund Weinzirl hat 1658 mit der Witwe nach Christian Jung ausständige Zinsen von 13 Gulden verrechnet.
Alter: [unklar]; Metzgergehilfe aus Kufstein. Mitglied der Reitenden Tiroler Landesschützen. Truppe war im Reichenauerhof einquartiert. Ein Kollege von ihm hantierte im Zimmer mit einem Gewehr. Nahm an, dass es nicht geladen war und zielte auf das Opfer. Schuss ging los und tötete es auf der Stelle.
Alter: 43; Zimmermann, feierte mit Kollegen Arbeitsausklang in der Fuchslochalpe. Wurde im Streit am 15.7. von einem italienischen Arbeiter mit einem Messer in der Brust schwer verletzt. Arzt konnte nicht mehr rechtzeitig geholt werden. Verhaftet wurde Natale Battisti (46 Jahre). Opfer stammte aus Angerberg. Schwurgerichtsverhandlung in Innsbrucker Nachrichten 11.9.1911, 6: Harmloser Streit artete in einer Messerattacke von Battisti aus. Mehrfach vorbestraft. Urteil: 2,5 Jahre schwerer Kerker. Innsbrucker Nachrichten dementiert zuerst seinen Tod, in Innsbrucker Nachrichten 24.7., 5 doch den Tod veröffentlicht.
Alter: 21; Schankbursche in einem Hotel. Erschoss sich mit einem Revolver. Grund dafür dürfte die Furcht vor dem Militärdienst gewesen sein.
Alter: 20; Philosophiestudent aus Graz. Wollte am Aggenstein Edelweiß suchen, stürzte dabei aber ab.
Alter: 62; Knecht war mit Kirschenpflücken beschäftigt. Leitersprossen brachen und Opfer stürzte in die Tiefe.
Alter: 62; Zimmermann, Pflegling, erhängte sich im Keller seiner Wohnung.
Alter: [unklar]; Bahnarbeiter, wurde von kroatischen Arbeitskollegen auf offener Straße durch mehrere Messerstiche tödlich verletzt. Immer wieder Forderung nach einen eigenen Gendarmerieposten.