Der Bestand erhält Schriftgut der Verwaltung, das in den 1940 eingeführten Ordnungs- resp. Ablagesystem ("Boorberg") nach Haupt- und Untergruppen abgelegt wurde. Wie auch in anderen Gemeinden sind hier Akten und Schriftstücke aus den Jahren vor der Einführung des Einheitsaktenplanes herausgezogen und übertragen worden, sodass sich dort auch Schriftgut befindet, das in die frühen 1930er Jahre zurückreicht. Erst mit der Einführung des revidierten Einheitsaktenplanes in der Verwaltung der Gemeinde Waidring (zwischen 1953 und 1954) wurde eine neue Ablage begonnen. Das bedeutet, dass Schriftgut ist bis etwa zu diesem Zeitraum mit lokalen Anpassungen nach dem EAP 1940 abgelegt. Die Ablagen weisen zeitlich tiefgehende Überlappungen auf! Die Einsichtnahme in andere Bestände und Teilbestände ist daher ratsam.
Sin títuloKostenaufstellung für Baumaterial und Handwerksschichten zur Erbauung des Waschhäusls. Für Dachrinne, Lärchenschindeln, Türe, Ziegeln, Kalk, Nägel, Stroh, Mauererlattln und sonstige Requisiten, sowie für Arbeitsschichten des Johann Rothmeir und Sebastian Millinger werden 75 Gulden 24 kr berechnet.
Die Gemeinde Waidring erhebt den Holzbedarf für die Kirche mit Glockenturm, Sakristei, Friedhofsmauer und 2 Seitenkapellen; für die Waschküche, drei Gärten und die Brunnenleitung des Vikars; für das Schulhaus samt Gartenzaun; für die zwei Brücken des Vicinalwegs und 17 weitere Brücken; für die Verdrehung der Pillersee-Arche mit einem Jahresbedarf von 2245 Fichtenstämmen; für einen Heustadel in Kirchdorf samt Arche zur Hälfte; für die Verbauung des Moorer Wildbaches und des Waldbaches; des Fried- und Schredergaßbaches, für den Ascher- und Simergriesbach. Weiters ist der Holzbedarf für die Hüttendächer, für Brenn- und Zaunholz auf den Vor- und Hochalpen zu berücksichtigen. Einige Parteien können ihren Holzbedarf für Haus, Zaun, Brennholz und Brunnenleitung nur zur Hälfte, oder zu einem Viertel bzw. gar nicht decken und sind daher auf die Zuteilung der Gemeinde Waidring angewiesen, die das Holz aus genannten Wäldern bezieht.
Gemeinderechnungen (vgl. Nr. 18) über die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde Waidring. Gemeindekassier Christian Fischer beim Stöckl legt 1842 - 1850 Rechnung. Die Jahresrechnungen von 1842 - 1843 werden unter der Kontrolle des Vorstandes Thomas Wimmer, jene von 1844 - 1866 unter Klemens Kienpointner, Bauer zu Heigenhaus, jene von 1847 - 1849 unter Vorstand Benedikt Fiatscher und jene von 1850 von Josef Soder (Söller) 19/ Waidring bestätigt. Weitere Gemeindevorsteher sind ab 1851 Klemens Kienpointner, 1853 JosefSoder, 1854 Jo-hann Granbacher, 1857 Christian Unterrainer, 1861 Johann Prantner, 1865 Mat-thias Widmoser, 1869 Martin Unterrainer, 1872 Peter Kienpointner, 1875 Jakob Stainer, 1878 Georg Raß, 1881 Martin Huber und ab 1887 Matthias Widmoser.
Die Gemeinden St. Johann, Kirchdorf und Waidring beschweren sich beim Landgericht gegen die frühere Viertelsgemeinde Jochberg (mit Aurach und Teilen von Kitzbühel-Land) weil diese seit der 1834 erfolgten neuen Gemeindeeinteilung die im Vergleich von 1795 festgelegte Steuerhilfe von 99 Gulden 29 nicht mehr bezahlen.
Neuerliche Bittschrift der Kirchen- und Gemeindevorstehung Waidring an das Dekanalamt St. Johann um einen Hilfspriester bzw. um Beibehaltung des bisherigen Kapuzinerpaters.
Rundschreiben an die Gemeinden Waidring, Kirchdorf, St. Johann und Going wegen Erstellung von Offerten für die notwendigen Schneeräumungsarbeiten an der Passstraße. Diese Arbeiten sollen distriktweise in Pacht vergeben werden. In der Stellungnahme bemängelt die Gemeinde Waidring, dass der genaue Umfang der Schnee- und Eisräumarbeiten nicht ausgeschrieben ist, weshalb die Straßenmeistereien keine zweckmäßige Aufsicht führen könnten. Waidring schlägt für die Straße zum Pass Strub einen Pachtschilling von 850 Gulden auf fünf Jahre vor.
Wegen Finanzierung des Kaltenbacher Straßenbaus werden vom Kreisamt und dem Landgericht Termine gesetzt. Das von der Gemeinde Waidring zugesicherte Kapitaldrittel muss sogleich eingezahlt werden, da sonst mit dem Bau nicht begonnen wird. Als Werkführer wird Josef Eder vom Kreisamt genehmigt. Zum Baufonds von 11.300 Gulden kommen noch Grundentschädigungskosten von 813 Gulden die man durch ökonomische Bauführung einzusparen hofft.
Rundschreiben wegen Herstellung und Erhaltung der durch die Ortschaften führenden Staatsstraßen. Für bloße Beschotterung der durchführenden Staatsstraßen ist von den Gemeinden nichts an den ärarischen Straßenfond zu zahlen. Zu vergüten sind nur jene Straßenstrecken, die aus Rücksicht für die Ortsbewohner durch Pflasterung, Kanalisierung oder andere aufwändigere Maßnahmen eine teurere Bauart verursachen.
Rundschreiben des Landgerichts wegen Herstellung der Hager Brücke an die Gemeindevorstände Rupert Schwaiger von Fieberbrunn, Sebastian Ludl (?) von Hochfdzen, Josef Schwaiger von St. Jakob, Peter Bausteiner (?) von St. Ulrich und Johann Brandtner von Waidring. Es geht um die Erhaltung der Hager Brücke über das Kössental, welche nach Meinung der Viertelsgemeinden vom montanistischen Gewerken in Küssen zu übernehmen ist.
Vom Landesgubemium wird unter dem Gouverneur Friedrich Graf von Wilczek der Vergleich zwischen den zwei oberen und zwei unteren Ständen Tirols hinsichtlich der Konkurrenz der Dominikalisten zu den Gerichts- und Ge19/ Waidring meindeumlagen kundgemacht. In der Sitzung des ständischen Kongresses vom 18. Mai 1824 wird vereinbart, wie die Dominikaisteuer für die Marschkonkurrenz und Gemeindeumlagen (Wustungen) ausgeglichen wird. Diese Einquartierungs- und Vorspannlasten werden künftig vom Rustikale und Dominikale zu gleichen Teilen nach dem Steuerfuß getragen. Künftig ist das Dominikale auch zu den Defensionsauslagen konkurrenzpflichtig.
Auszug aus der Brandversicherung des Brandassekuranzvereins für Nikolaus Diechtler, für Josef Ladurner beim Hakenschmied, für Johann Ladurner, für Johann Empl, für Josef Fischer, für Johann Döttlinger, für Nikolaus Diechtler, für Klemens Prandler, für Nikolaus Massinger, für Stephan Biechl, für Andrä Hauser, für Johann Haitzmann, für Martin Haß, für Johann Koidl, für das Widum, Schulhaus usw.
Gemeindekassier Blasius Wimmer am Ensmanngut legt für 1824 die Gemeinderechnung, Urbarskassier Christian Fischer beim Stöckl für 1829/30 und für 1833 bis 1835. Die eingehobenen Steuern und sonstigen Einnahmen betragen für 1824 über 1051 Gulden Davon wurden ausgegeben: an das Ärar 368 Gulden für Kapitaltilgung 117 Gulden an Zinsen 24 Gulden für Besoldungen 119 Gulden für Vicinalwege 23 Gulden für Schule und Geistlichkeit 103 Gulden für Feierlichkeiten 45 Gulden für sonstige Auslagen 64 Gulden an Zehrpfennig 69 Gulden für Schichtgelder 13 Gulden an Botenlöhnen 5 Gulden und für Arme 39 Gulden An Kapitalschulden hat Waidring 1204 Gulden für Militäreinquartierungen noch 223 Gulden und für die Armenrechnung des Viertls Jochberg 183 Gulden offen. Nach Ablesung vor der gesamten Urbarsgemeinde wird die Rechnung für 1824 vom Gemeindevorstand Klemens Kinpeuntner bestätigt. Drei weitere Jahresrechnungen werden 1830 vom Vorstand Josef Diechtler, 1834 vom Vorstand Johann Brantner und 1835 von Josef Reichsöllner bestätigt.
Zehn Armenrechnungen von 1815, 1817, 1828, 1843 - 1849 und 1877. Armenvater Nikolaus Fiatscher am Rainergut legt für 1815 und 1817 Rechnung. Die Einnahmen aus gestifteten Jahrtagen, Messen und Sammelgeldern betragen fast 150 Gulden Die größten Unterstützungen erhalten 1815 Margarethe Bichl, Anna Kinpeintner, Brigitta Gasser, Anna und Johann Berger, Georg Guglberger, Anton Mayr und Anna Eibl, 1816 zusätzlich Christina Granbacher, Johann Blaser usw. 1817 steigen die Ausgaben auf 457 Gulden an, weshalb in der Kasse 143 Gulden fehlen, obwohl aus dem Viertel Jochberg 114 Gulden überwiesen werden. Die Abrechnungen des Armeninstituts Waidring aus den Jahren 1843 bis 1849 bilanzieren meist mit einem Abgang zwischen 100 und 200 Gulden der über Jahre fortgeschrieben wird. Die Armenrechnung 1848/49 weist für Spitalskosten 85 Gulden für Unterstützungen an genannte Personen 145 Gulden für Beerdigungskosten, Bader und Kleidungsspenden 39 Gulden aus. Die restlichen Armenrechnungen außer 1877 fehlen.
Verzeichnis der Wustungssteuer auf die Gerichtsabgleichung im Dorf, Werchat Waidring, für das Jahr 1810. Die Wustungssteuer ergibt von genannten Gütern 1277 Gulden 56 Gulden Nach der Gerichtsabgleichung für 1810 trifft es die Urbargemeinde Waidring von ihrer zugeteilten „Buß“ noch 2162 Gulden 57 kr zu entrichten. Diese 1811 ausgeschriebene Steuer ist ohne Rest einzutreiben und dem Ausschuss einzusenden.
Zahlungsprotokoll für die Gerichtsabgleichung zu den Militäreinquartierungen in der Urbargemeinde Waidring. Vorangestellt ist ein Gesamtverzeichnis der Ent-geltnisse aller Gerichtsviertel. Die Verpflegungskosten für die österr. und bayerischen Truppen werden unter dem jeweiligen Hofnamen nach Unterkunftstagen, Verpflegstagen, mit und ohne Trunk getrennt ausgewiesen. Es folgt ein umfangreiches Güterverzeichnis, welche Vorspanndienste leisteten.
Zwei Anlagen der Wustungssteuer im Werchat Unterwasser und Dorf Waid ring mit den Hofnamen und den Steuerleistungen.
Theresianische Fassionen der Steuer vom Urbar Waidring. In diesem Kataster sind nur jene Grundsteuerpflichtigen erfasst, die vormals der erzbischöflichen Urbarverwaltung in Lofer angehörten. Erstmals werden die Grundholden des Erzstiftes Salzburg (Urbar Waidring) in die Steuerhoheit des Landgerichts Kitzbühel einbezogen. Beginnend mit der Kirche (Kat. Nr. 2271) dem Vikariatshaus (2272) folgen als Steuerpflichtige Kaspar Roth, Sebastian Krepper, Simon Weißleithner, Blasius Drinner, Georg Raß, Jakob Diechtler, Christian Reiher, Johann Eßreitter, Josef Auer, Michael Reiter, Andreas Kinpeuntner, Christian Schretter, Postmeister Josef Stainer, Andrä Reichsöllner, Barbara Stöckl, Johann Birchl, Johann Geißler, Matthias Rettenmoser, Nikolaus Massinger, Anna Pa-cher, Johann Pirchl, Christian Perzl, Christian Perger, Nikolaus Fischer, Bartlmä Heigenhauser, Johann Krepper, Kaspar Elelmpacher, Josef Granpacher, Josef Reichsöllner, Michael Zaß, Simon Winkler, Matthäus Köck, Maria Fiatscher, Müller Klemens Prantner, Schmied Johann Prantner, Maria Krepper, Krämer Thomas Briggl, Franz Kammerlander, Schuhmacher Philipp Pehamb, Thomas Brüggl, Müller Lorenz Pfanhauser, Rupert Widmoser, Martin Koller, Thomas Millauer und weitere 21 Gutsbesitzer.
Tagungspunkte bei der ständischen Versammlung, Stellungnahme der Landschaft an das Gubemium 1805, Rückforderung der Bergarbeiter durch das Bergwesensdirektorat Schwaz 1809, Anforderung von sieben Bergarbeitern für das Hüttamt Brixlegg, Schreiben des Bürgermeisters von Kitzbühel an Josef Hechenberger am Pass Strub, Übersicht der gewählten Ständevertreter Tirols 1816, Ent-lassung der Bergarbeiter am Pass Strub gefordert, Empfangsbestätigung eines Aufrufs im Gericht Saalfelden 1809, Loyalitätsbezeugung der Viertelleute im Gericht Saalfelden 1800.
Zwei Schreiben Roschmanns an Distriktskommandanten Stainer wegen Mannschaftsstärke, Anweisungen wegen Nachschubs an Major Stainer, Ablösung der Schwazer Kompanie am Hirschbichl durch Pinzgauer Schützen, Oberleutnant Rauchenbichls Verstärkungsanforderung, Aufruf des Pflegers Kaisermann an die Pinzgauer, Bedenken wegen Abbruchs der Brücke am Strohwall, Bitte an das Vorpostenkommando am Pass Strub um Munitionsnachschub nach Lofer, weitere Bitte um Munitionsnachschub an das Pfleggericht Lofer, Bitte um Hafer und Heu an das Vorpostenkommando, Rückbestätigung des Befehls von General Fenner, Nachschub aus Kirchdorf für Waidring und Pass Strub, Geldüberweisung vom Bergwerksamt Kitzbühel an die Bergleute am Pass Strub, Anerkennungsschreiben Roschmanns an das Distriktskommando zu Strub, Geldüberweisung des k.k. Landbauinspektors Volderauer für Schanzarbeiten am Pass Strub, Klage aus Lofer wegen restriktiver Wache, Bitte um Glockengeläute in Lofer an das Distriktskommando in Strub.